Zwei Bieter, die sich überbieten
Überraschung bei Auktion: „Vergessene“ Künstlerinnen erzielen Rekordpreise
Ein 106 Jahre altes Gemälde der dänischen Künstlerin Ellen Fischer sorgte am Mittwoch bei der Auktion von Bruun Rasmussen in Kopenhagen für Aufsehen: Das Werk wurde für 280.000 DKK verkauft – das entspricht dem 9,3-Fachen der ursprünglichen Schätzung (der Erlös entspricht etwa 37.500 Euro).
Das Bild, entstanden zwischen 1917 und 1919, stammt von Ellen Fischer – einer Künstlerin, die lange im Schatten ihres Ehemanns, des Bildhauers Adam Fischer, stand. Spätestens jetzt zeigt sich: Sie verdient ihren eigenen Platz im Rampenlicht der Kunstgeschichte.
Ein weiteres Highlight des Abends: Eine frühe Installation von Rita Kernn-Larsen aus dem Jahr 1929 erzielte 500.000 DKK (67.000 EUR) – ebenfalls deutlich über der Schätzung von 200.000 bis 300.000 DKK. Auch hier handelte es sich um einen Auktionsrekord.
Die beiden Werke waren Teil der Themenauktion „Frauen in der Kunst: Dänemark 1850–1950“, mit der Bruun Rasmussen gezielt Künstlerinnen ins Zentrum rückte, die in der Kunstgeschichte lange übersehen wurden. Das Ergebnis: starke Preise – und ein spürbarer Wandel im Markt.
Die Auktion bot mehrere Höhepunkte und überraschend hohe Zuschläge für Werke weiblicher Künstlerinnen – unter anderem:

- Rita Kernn-Larsen: Stillleben (1929). Schätzung: 200.000–300.000 DKK. Zuschlag: 500.000 DKK (250 % der Schätzung)
- Bertha Wegmann: Dame beim Nähen (1890). Schätzung: 200.000–300.000 DKK. Zuschlag: 380.000 DKK (190 % der Schätzung)
- Franciska Clausen: Aus der Rue Delambre (1925). Schätzung: 125.000–150.000 DKK. Zuschlag: 210.000 DKK (168 % der Schätzung)
- Olivia Holm-Møller: Mittsommer-Feuer. Schätzung: 50.000–60.000 DKK. Zuschlag: 130.000 DKK (260 % der Schätzung)
- Marie Luplau: Mittsommer-Feuer. Schätzung: 20.000–30.000 DKK. Zuschlag: 50.000 DKK (250 % der Schätzung)