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Schwarzes Gold aus Finnland

119 Jahre Lakritz: Die Geschichte von Kouvola Lakritsi erscheint als Buch

Lakritz hat in Finnland eine ganz besondere kulturelle Bedeutung. Viele Finnen wachsen mit Lakritze auf, sodass der süß-herbe Süßholzgeschmack frühzeitig eng mit Kindheitserinnerungen und nationaler Identität verknüpft wird. Passend zum Internationalen Tag der Lakritze erscheint die Geschichte des Unternehmens Kouvola Lakritsi als Buch.

Lakritze-Verpackungsanlage
In geselliger Runde wird hier Lakrtitze verpackt, 1980. (Foto: Kouvolan Lakritsi)
Was 1906 als kleine Wasserfabrik in Wyborg, oder wie der Finne sagt, Viipuri, begann, ist heute ein fester Bestandteil finnischer Süßwarentradition: Kouvola Lakritsi. Anfang Mai vor 119 Jahren gründete Richard Ötzmann die Papula-Limonaden- und Mineralwasserfabrik und stellte Erfrischungsgetränke her.

Der Lauf der Geschichte – von der Russischen Revolution bis zum Winterkrieg – hätte das Unternehmen beinahe zum Erliegen ruiniert. Doch 1942 übernahm der Unternehmer Reino Olkku die Fabrik und gründete die Süßwaren- und Saftfabrik. Nach der Flucht vor den Russen, die das finnische Wyborg in ihr Staatsgebiet eingliederten, zog die Produktion nach Kouvola, wo das Unternehmen noch heute aktiv ist – unter dem Namen Kouvola Lakritsi Oy.

Die Firma hat vieles überlebt: zwei Weltkriege, Wirtschaftskrisen, politische Umwälzungen. Geblieben sind das Originalrezept und die traditionelle Herstellungsweise. Jetzt erscheint zum 119-jährigen Bestehen die Geschichte des Unternehmens erstmals gesammelt zwischen zwei Buchdeckeln.

„Lakritzbuch“ – Schwarzes Gold mit Geschichte

Ein Lieferwagen aus der Zeit als die Firma noch im Stadtteil Papula residierte, bevor der Russe nach Wyborg kam. (Foto: Kouvolan Lakritsi)
Das rund 130 Seiten starke Buch Lakun makuinen tarina (dt. Eine Geschichte mit Lakritzgeschmack) erzählt von bewegten Jahrzehnten, mutigen Unternehmern und der Liebe zu Lakritz. Die Idee zum Buch kam spät – erst im Frühjahr 2024 begannen die Arbeiten.

Ein Jahr zuvor war Pekka Olkku verstorben, der mittlere Sohn von Reino Olkku, der lange Zeit das Unternehmen geführt hatte. Doch sein gesammeltes Material und die Erinnerungen der Familie waren Gold wert.

Zusammengestellt wurde das Buch unter der Leitung von Timo Nisula, dem ehemaligen Geschäftsführer und heutigen künstlerischen Leiter von Kouvola Lakritsi. Für ihn war es mehr als nur ein Rückblick auf eine Unternehmensgeschichte:

„Es war ein Privileg, ein Unternehmen mit so langer Geschichte weiterführen zu dürfen. Dieses Buch zu schreiben war ein kultureller Akt – und es musste einfach gemacht werden.“

Der Text stammt von der Sachbuchautorin und Journalistin Teija Rantoja.

Veröffentlichung am Tag der Lakritze

Lakritze aus dem Hause Kouvolan Lakritsi
Lakritze aus dem Hause Kouvolan Lakritsi. (Foto: von ebenda)
Passenderweise erscheint die „Lakritzgeschichte“ offiziell am 12. April – dem Internationalen Tag der Lakritze – und ist ab dann im Webshop und im Fabrikverkauf von Kouvola Lakritsi erhältlich. Ein Stück finnische Industriegeschichte, verpackt in einer schwarz glänzenden Hülle, als wäre der Einband selbst aus Lakritze.

Kouvolan Lakritsi ist ein Süßwarenhersteller mit einer Fabrik in Tornionmäki, Kouvola. Neben Lakritze stellt das Unternehmen auch Marmeladen her. Im Jahr 2023 erwirtschaftete es einen Umsatz von rund 7,8 Millionen Euro und beschäftigte 40 Mitarbeiter. Kouvola-Lakritz wird nach Skandinavien exportiert, insbesondere nach Dänemark, wo Lakritz ebenfalls sehr geschätz wird.

Quelle: kouvolanlakritsi.fi

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