Auf dem Weg zur Klimaneutralität
Letztes Kohlekraftwerk geschlossen, Kohleausstieg in Finnland nahezu vollendet
Mit der Stilllegung des Heizkraftwerks Salmisaari hat das finnische Energieunternehmen Helen am Dienstag das letzte täglich mit Kohle betriebene Kraftwerk Finnlands vom Netz genommen. Ein bedeutender Schritt in der Energiewende des Landes – und ein Abschied von der Kohlenutzung.

Das Kraftwerk, das sowohl Gas- als auch Dampfturbinen zur Strom- und Wärmeerzeugung nutzte, hatte eine elektrische Leistung von 175 Megawatt und eine Wärmeleistung von 300 Megawatt. Mit der Schließung will Helen nicht nur die CO₂-Emissionen deutlich senken, sondern auch steigende Energiekosten für Kundinnen und Kunden eindämmen, so der Versorger.
Kohleausstieg durch Ausbau erneuerbarer Energien
Finnland hat in den vergangenen Jahren stark in erneuerbare Energien investiert. Der massive Ausbau von Wind- und Solarkapazitäten ermöglichte es, den Kohleverbrauch rapide zu senken – auch unterstützt durch ein 2019 beschlossenes Gesetz, das die Nutzung von Kohle ab dem Jahr 2029 untersagt.
Helen, Stadtwerke im Besitz der Stadt Helsinki, ersetzt die Energie aus Salmisaari nun durch eine Kombination aus Abwärmenutzung, Wärmepumpen sowie der Verbrennung von Pellets und Holzspänen. Holzu statt Kohle zu verbrennen, ist nicht umweltfreundlicher, jedoch langfristig soll auch Letzteres wegfallen.
„Unser Ziel ist es, die Verbrennung vollständig zu beenden“, so Sirkka. Bis 2030 will das Unternehmen seine CO₂-Emissionen auf fünf Prozent des Niveaus von 1990 senken, bis 2040 ganz emissionsneutral werden.
Heizen bleibt Herausforderung – aber günstiger als anderswo
Die Herausforderung bleibt groß: An besonders kalten Wintertagen werden rund 20 Prozent der gesamten Stromproduktion des Landes allein für die Beheizung Helsinkis benötigt. Trotzdem bleibt Finnland im europäischen Vergleich preislich konkurrenzfähig.
Laut Sirkka ist der finnische Strom nach Schweden und Norwegen der drittgünstigste in Europa. Helen erwartet, dass die durchschnittlichen Kosten für Fernwärme in diesem Jahr um 5,8 Prozent sinken werden.
Die Abschaltung des Werks wird laut Unternehmen die CO₂-Emissionen Helens um 50 Prozent und die landesweiten Emissionen um fast zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr senken.
Die Umweltorganisation Beyond Fossil Fuels begrüßte den Schritt. Sie verweist darauf, dass der Kohleausstieg in Finnland nahezu abgeschlossen sei – lediglich zwei kleinere Anlagen nutzen noch in geringem Umfang Kohle, ein drittes dient als strategische Reserve für Notfälle oder Nachfragespitzen.