Gefährlich nah an Küstengemeinde
Vulkanausbruch Island: Eruptionsspalte frisst sich Richtung Grindavík
Erneuter Vulkanausbruch in Island: Die Eruption an der inzwischen weltbekannten Sundhnúkagígar-Kraterreihe startete in den frühen Morgenstunden dieses Dienstages. Die Eruptionsspalte ist rund 1.200 Meter lang und dehnt sich nach Süden aus – gefährlich nah in Richtung Grindavík.

Laut dem Isländischen Wetteramt reicht der Magmakorridor drei Kilometer weiter nach Nordosten als bei früheren Ausbrüchen. Messdaten zur Bodenverformung zeigen, dass sich der Untergrund in diese Richtung weiter hebt – ein klares Zeichen dafür, dass sich Magma noch immer durch den Untergrund schiebt.
Die Spalte hat sich innerhalb der Schutzdämme geöffnet, die errichtet wurden, um die Küstengemeinde Grindavík vor den Lavaflüssen vorheriger Vulkanausbrüche zu bewahren. Zuvor hatte es in der Gegend mehrere kräftige Erdbeben gegeben.
Erdbebenaktivität und Lagebeobachtung
Außerdem wird über eine beschädigte Fernwärmeleitung nördlich von Grindavík berichtet. Laut Wetteramt hängt das mit tiefgreifenden Erdverschiebungen direkt im Stadtgebiet zusammen. Die Lage ist laut Mbl.is extrem angespannt.
Denn Messungen zeigen: Die seismische Aktivität entlang des Magmakorridors hält an – am stärksten am nordöstlichen Ende. Die Behörden behalten die Lage genau im Blick, da sich die Situation jederzeit verändern kann. Reisende sind aufgerufen, die Hinweise der Behörden exakt zu befolgen.
Hintergrund: Die Reykjanes-Halbinsel in Island erlebt seit 2021 eine Phase erhöhter vulkanischer Aktivität. Nach rund 800 Jahren Ruhe kam es wieder zu mehreren Ausbrüchen, vor allem entlang des Sundhnúkagígar-Systems.
Typisch sind Spaltenausbrüche, bei denen Lava entlang von Rissen austritt. Die Region liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken, wo sich die eurasische und nordamerikanische Platte trennen – das macht Reykjanes besonders anfällig für Erdbeben und Vulkanausbrüche.