Weitere Untersuchungen in Aberdeen
Nach Crash in Nordsee: Frachter Solong in Hafen geschleppt
Der Frachter „Solong“, der Anfang März in der Nordsee heftig mit einem US-Öltanker kollidiert war, ist an diesem Freitag schwer beschädigt im Hafen von Aberdeen angekommen. An Bord war es nach der Kollision zu einer Explosion und tagelangen Bränden gekommen.

Das unter portugiesischer Flagge fahrende Schiff war mehrere Tage lang mit Schlepperhilfe unterwegs, bevor es am frühen Morgen gegen 07.15 Uhr im South Harbour der Stadt festmachte. Vom Ufer aus war das ganze Ausmaß der Schäden deutlich zu erkennen: rostiger Stahl, rußgeschwärzte Aufbauten.
Prozess gegen russischen Kapitän soll im Januar beginnen
36 Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden. Ein philippinischer Seemann gilt allerdings als vermisst. Gegen den russischen Kapitän wurde Anklage wegen grob fahrlässiger Tötung erhoben. Der Prozess soll im Januar beginnen.
Laut Eigner Ernst Russ wird das Schiff nun von Spezialisten und Versicherern komplett durchgecheckt.
Auch die Hafenbehörde in Aberdeen bestätigte gegenüber der BBC: Die „Solong“ wird jetzt für die nächste Phase der Bergung vorbereitet.
Die britische Küstenwache zeigte sich erleichtert über den aktuellen Stand. Der beteiligte US-Tanker „Stena Immaculate“ befindet sich demnach weiterhin in stabilem Zustand. Als Fracht mitgeführte Plastikkügelchen – sogenannte Nurdles – werden seit dem Crash an der gesamten Ostküste Großbritanniens angespült.