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Angetrieben von der Mitternachtssonne

Stena Line: Segelschiffe sind das nächste große Ding – schon wieder

Die Reederei Stena Line treibt den Umbau ihrer Flotte voran – mit einem neuen Konzeptschiff, das Energieverbrauch und Emissionen deutlich senken soll. Das Projekt trägt den Namen Stena Futuro und setzt auf Wasser- und Windschnittigkeit sowie moderne Antriebstechnologien. Ziel des Unternehmens sei es, den Energieverbrauch um mindestens 20 Prozent zu reduzieren. Soweit wie ihre Kollegen von Hurtigruten aus Norwegen, scheint man jedoch noch nicht zu sein.

Stena Line Segelschiff
Durch aqua- und windschnittiges und neue Technologie will man mit dem neuen Konzeptschiff Stena Futuro den Energieverbrauch um 20 Prozent oder mehr senken. (Abb.: Stena Line)
Wie Stena Line mitteilt, wolle man die CO₂-Emissionen bis 2030 um 30 Prozent senken. Dafür setzt Stena auf zwei Ansätze: Die bestehende Flotte soll effizienter werden, parallel entsteht eine neue Generation von Schiffen. Stena Futuro ist das aktuellste Konzept aus dieser Entwicklung.

Das 240 Meter lange RoRo-Schiff ist für den Transport von Lkw-Aufliegern und Pkw konzipiert. Projektleiter Nicolas Bathfield von Stena Teknik erklärt:

„Unser Ziel war es, mit vorhandener Technologie das effizienteste und wettbewerbsfähigste Schiff seiner Klasse zu entwerfen – mit dem niedrigsten Treibstoffverbrauch auf dem Markt.“

Dafür wurde der Rumpf stromlinienförmig gestaltet, Aufbau und Gewicht optimiert, um Luft- und Wasserwiderstand zu minimieren.

Neben der Form trägt auch der Antrieb zum geringeren Verbrauch bei: Stena Futuro soll mit einem hybriden System unterwegs sein – bestehend aus Batterien und Motoren, die mit verschiedenen Kraftstoffen betrieben werden können.

Die Batterieeinheiten ermöglichen einen vollelektrischen Betrieb in sensiblen Bereichen wie Häfen. Solarpanels ergänzen die Energieversorgung an Bord.

Auch auf technischer Ebene wird das Energiesparen weitergedacht: Ein Luftschmiersystem reduziert die Reibung zwischen Schiffsrumpf und Wasser. D.h. kleine Luftblasen, die unter dem Rumpf ausgestoßen und nach achtern geleitet werden, bilden eine dünne Luftschicht zwischen Schiff und Wasser. Diese sogenannte Luftschmierung verringert den Reibungswiderstand und soll so den Treibstoffverbrauch senken.

Zudem wird Abwärme aus den Motoren aufgefangen und zur Heizung oder Stromerzeugung genutzt.

Segelschiffe sind wieder Thema

Hurtigruten Segelschiff
Eine Machbarkeitsstudie im auftrag von Hurtigruten verspricht eine neue, energieffizientere Schiffsgeneration. (Abb.: Hurtigruten)
Ein weiterer Baustein im Konzept sind vier einfahrbare Tragflächensegel – jeweils 40 Meter hoch. Sie wurden in Kooperation mit dem schwedischen Forschungsinstitut RISE getestet. Das Ergebnis: Bis zu 15 Prozent zusätzliche Kraftstoffeinsparung sind möglich, ohne Kompromisse bei Stabilität oder Manövrierfähigkeit.

Noch ist nicht entschieden, wann das Konzept in die Produktion geht. Klar ist jedoch, dass Segelschiffe das nächste große Ding sind, schon wieder.

Das ist ein Konzept, das auch von Hurtigruten in Norwegen erprobt wird. Der norwegische Postschiffreeder baut an einem emissionsfreien Schiff vorzustellen, das, wie das Unternehmen hofft, 2030 vor der norwegischen Küste in See stechen wird.

Hurtigruten-Geschäftsführerin Hedda Felin sagt: „Wir sind entschlossen, in wenigen Jahren ein Schiff zu liefern, das in Sachen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit alle anderen übertrifft.“

Tragflächensegel liefern Schub und Strom

Drei einziehbare Tragflächensegel sollen bei dem Konzeptschiff von Hurtigruten nicht nur für zusätzlichen Vortrieb sorgen, sondern auch die Aerodynamik verbessern. Die bis zu 50 Meter hohen Segel nutzen Luftströme in großer Höhe und arbeiten vollständig autonom. Dabei sind sie mit Solarmodulen ausgestattet – auf einer Gesamtfläche von über 1.500 Quadratmetern.

Vor allem in nordischen Regionen bringt das Vorteile. In den Sommermonaten kann das Schiff rund um die Uhr Sonnenenergie nutzen – angetrieben von der Mitternachtssonne über Nordnorwegen.

Es scheint, als wäre Hurtigruten in der Entwicklung emissionsneutraler Schiffe etwas weiter als Stena Line, jedenfalls aber 10 Meter höher.

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