Falunrot – Schwedens Markenzeichen
Was hat es mit den roten Häusern in Schweden auf sich?
Man stelle sich ein schwedisches Landhaus am See vor, mit Sauna, Werkzeugschuppen und Bootshäuschen. Es ist nicht anders zu denken als ein Holzhaus in der für Schweden typischen kupferroten Farbe. – Doch was steckt hinter diesem roten Hausanstrich?
Die 222,22 km nordwestlich von Stockholm gelegene Stadt Falun war berühmt für ihre Kupfermine, die fast 400 Jahre lang in Betrieb gewesen ist, bis sie 1992 erschöpft stillgelegt wurde.
Der Abraum der Mine, der viel mageres Kupfer und Eisenoxid enthält, bildet den Hauptbestandteil für die seit 1616 gezielt gewonnene Pigmentmischung, die als Basis für die falunrote Farbe bis heute herhält.
Dank Malern wie Carl Larsson, aus Sundborn bei Falun, wurde in der Zeit der schwedischen Nationalromantik Ende des 19. Jahrhunderts die oxidrote Farbe in allen gesellschaftlichen Schichten beliebt.
Was ursprünglich als ein pragmatischer Umgang mit den Nebenprodukten der Kupferförderung begann und der Befriedigung des ästhetischen Empfindens der Schweden diente, stellte sich im Laufe der Zeit als ein nützlicher Farbstoff heraus, der die Holzhäuser konservierte, indem er sie vor Pilzbefall und Verwitterung schützte.
Heute weiß man außerdem, dass die Pigmente des Falunrots den größten Teil der UV-Strahlung absorbiert. Das Schwedenrot sieht also nicht nur schön aus, sondern schützt auch die Häuser für Jahrzehnte vor dem Verfall, wenn nicht länger.
Wenn das Kupfervorkommen von Falun auch erschöpft ist, das dortige Pigmentwerk (Rödfärgsverket) gibt einigen Bewohnern der Stadt weiterhin ein warmes Arbeitsplätzchen.
Die Bergwerke, zusammen mit den Arbeitervierteln und der Industrielandschaft stehen auf der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO.
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ap